November 2021

Workshop mit dem BSI

Im Rahmen des Workshops mit dem BSI am 16. November 2021 hatten Mitarbeiter:innen des BSI und Teilnehmende aller fünf Workstreams die Möglichkeit, sich in einem halbtägigen Online-Workshop kennenzulernen und fachlich auszutauschen. Insbesondere die Teilnahme des Vizepräsidenten des BSI, Dr. Gerhard Schabhüser,  drückte die Wertschätzung von ehrenamtlichem Engagement und das Interesse des BSI an der Einbindung gesellschaftlicher Stakeholder bei der Bewältigung von Herausforderungen im Bereich Cyber-Sicherheit aus. 

Ziele des Workshops waren – neben der Vorstellung von Zwischenergebnissen – der Einbezug fachlicher Expertise des BSI und die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsansätzen für aktuelle Pain Points in den Teilprojekten. Diese wurden von den rund 40 Teilnehmenden in separaten Sessions gezielt bearbeitet.

Der Workshop begann mit einer kurzen Vorstellung der fünf Workstreams. Anschließend traten Expert:innen des BSI in Kleingruppen in einen ausführlichen Dialog mit den Stakeholdern, um mehr über die Anforderungen an die zu erarbeitenden Ergebnisse der Workstreams zu erfahren. Dabei wurden bereits erste Lösungsansätze für die zuvor präsentierten Pain Points der Workstreams formuliert.

In einer zweiten Diskussionsrunde – in Form eines World Cafés – hatten alle Teilnehmenden die Chance, sich in kürzerer Zeit über weitere Workstreams zu informieren. So konnten auch Erfolg versprechende Synergien zwischen verschiedenen Workstreams identifiziert werden. Abgerundet wurde der Workshop durch ein kurzes Blitzlicht auf die gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze. 

Der in den Gruppenphasen gewonnene Input wird nun in die weitere Arbeit der Workstreams einfließen. Ihre abschließenden Ergebnisse werden sie auf der Denkwerkstatt im April 2022 präsentieren.

August 2021

Kurzinterview mit Alexander Sander

„Der Dialog für Cyber-Sicherheit ist eine gute Blaupause."

Alexander Sander ist langjähriger Stakeholder im Projekt und steht in regelmäßigem Austausch mit der Geschäftsstelle (nexus Institut, iRights.Lab). Er unterstützte 2016 maßgeblich die Initiierung des „Dialogs für Cyber-Sicherheit“ und nimmt seitdem an den jährlichen Denkwerkstätten Sichere Informationsgesellschaft des BSI teil.

 

Du warst bereits an der ersten Denkwerkstatt Sichere Informationsgesellschaft des BSI 2016 beteiligt. 
Was war damals das Besondere für dich an diesem Format des Austauschs des BSI mit der Zivilgesellschaft und weiteren Stakeholdern?

Auf den Denkwerkstätten wird über zwei Tage lang konzentriert, offen und ehrlich diskutiert, gemeinsam an Themen gearbeitet und versucht, ein gemeinsames Verständnis für die eigenen Positionen und die eigene Arbeitsweise zu vermitteln.
Dass man sich über mehrere Tage zusammenfindet und einen sehr langen, ausgedehnten Dialog mit allen Teilnehmenden führen kann, ist etwas ganz Außergewöhnliches.

Dieses Format war und ist nach wie vor einzigartig.

Dass das BSI 2016 zum ersten Mal zum Austausch eingeladen hat, ist toll! Da es allen Teilnehmenden gut gefiel, hat sich das Format ja auch verstetigt.
 

Im Februar 2021 hat die bereits fünfte Denkwerkstatt ­– zum ersten Mal digital – stattgefunden. 
Wie haben sich die Denkwerkstätten und der Dialogprozess seit 2016 aus deiner Sicht entwickelt?

Eine wichtige Entscheidung war, die Organisation und Durchführung der Denkwerkstatt nicht mehr beim BSI selbst anzusiedeln. Die Einrichtung einer Geschäftsstelle und der Fokus auf eine zivilgesellschaftliche Partizipation sorgten für Vertrauen.
Zudem nehmen Jahr für Jahr mehr Stakeholder am Dialog teil. Sie bringen neue Impulse, Ideen, Vorschläge und Themen, die offen, ehrlich und transparent diskutiert werden, ein und beteiligen sich damit am Dialogprozess.
Dadurch haben wir einen stetigen Austausch zum Thema IT-Sicherheit zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Einrichtungen etabliert.
 

Bei den Denkwerkstätten stehen in jedem Jahr andere Themen, Frage- und Zielstellungen im Mittelpunkt, die die Dialogpartner:innen selbst bestimmen und mit Unterstützung der Geschäftsstelle im Jahresverlauf bearbeiten. 
Was sind für dich die bislang zentralsten Ergebnisse und Erfolge des Dialogs der Zivilgesellschaft mit dem BSI?

Die Themen, die wir im Rahmen des Dialogs diskutieren, treffen offensichtlich immer den Nerv der Zeit.  Auf den Denkwerkstätten sind wir sichtlich innovativ mit dem Erkennen von Trends und Themen, die auf uns zukommen werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum von Software oder Haftungsfragen in Bezug auf Sicherheitslücken ­– das sind Debatten, die relativ zügig den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben und auch in Parlamenten diskutiert wurden.

Dass wir als Zivilgesellschaft mit konkreten Forderungen auch auf den politischen Entscheidungsprozess einwirken können sollten und die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure und deren Positionen sinnvoll und hilfreich wäre, war an der Diskussion um das IT-Sicherheitsgesetz erkennbar.
 

Du begleitest den Dialog nun schon seit fünf Jahren im engen Austausch mit den partizipierenden Stakeholdern, der Geschäftsstelle und dem BSI. 
Was wünschst du dir für die weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren?

Diese Geschäftsstelle zu haben, ist ein Erfolg. Ich wünsche mir, dass wir es mit ihr schaffen, einen Prozess zu institutionalisieren und für die nächsten Jahre so anzulegen, dass das Format der Denkwerkstatt Bestand hat und der Dialog weiter stattfinden kann.
Außerdem freue ich mich über neue Akteure, die hinzukommen – möglicherweise auch von mehr staatlichen Einrichtungen. Bisher sind Vertreter:innen des BSI, des Bundeskriminalamts, der Landeskriminalämter und verschiedener Ministerien beteiligt.

Der Dialog für Cyber-Sicherheit ist eine gute Blaupause für andere Ministerien und Behörden. 

Auch weitere staatliche Akteure sollten bei ganz anderen Themen auf dieses Konzept zurückgreifen, um die Zivilgesellschaft besser und näher an die Entscheidungen in der Politik heranzuführen und hier einen Austausch zu institutionalisieren. Die Denkwerkstätten sind ein sehr gutes Format – nicht nur im Bereich IT-Sicherheit – und können auch in anderen Bereichen sehr gut funktionieren.

 

Das Interview führte – im Namen der Geschäftsstelle – Franziska Detsch (nexus Institut).

Alexander Sander  

  • Policy Consultant der Free Software Foundation Europe (FSFE)
  • Arbeitet seit rund 10 Jahren im Namen der Zivilgesellschaft und im Kontakt mit Entscheidungsträger:innen an Themen im Bereich IT-Sicherheit
  • Setzt sich an vielen Stellen für mehr IT-Sicherheit, aber auch für eine insgesamt bessere Digitalisierung ein

Juli 2021

Start der fünf Workstreams im Dialog für Cyber-Sicherheit

Aufbauend auf der „Denkwerkstatt Sichere Informationsgesellschaft 2021“ starten die fünf Workstreams des „Dialogs für Cyber-Sicherheit“. Die Teilnehmenden aus der organisierten Zivilgesellschaft werden sich von nun an für etwa neun Monate in regelmäßigen Abständen zusammenfinden und kollektiv an Curricula, Leitfäden, Erhebungen und Studien zu den drängendsten Themen im Bereich der Cyber-Sicherheit arbeiten. 

Zur Erinnerung – Die fünf Workstreams sind:

  • Erweiterungsqualifikationen für Katastrophensituationen im Rahmen des Cyber-Sicherheitsnetzwerks (CSN)
  • Digitales Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Dos and Don‘ts für nachhaltig sichere Produkte
  • Effektive IT-Security Awareness
  • Update4Schule – Datenerhebung zur digitalen Bildung

Das Themenspektrum ist vielfältig und adressiert neben bereits an Cyber-Sicherheit Interessierten ebenso Hersteller:innen, die zukünftig bei der Entwicklung von digitalen Anwendungen einen höheren Wert auf Sicherheit legen sollten, sowie Verbraucher:innen.

Nach Abschluss der Workstreams im Frühjahr 2022, ist die organisierte Zivilgesellschaft einmal mehr gefragt aktuelle und drängende Themen im Bereich der Cyber-Sicherheit zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten.

Juni 2021

Partizipationsworkshop

Der Partizipationsworkshop für Multiplikator:innen im BSI kann als eine den „Dialog für Cyber-Sicherheit“ flankierende Maßnahme verstanden werden. Ziel des Termins war es, ein gemeinsames Verständnis für das partizipativ angelegte Projekt sowie ein Bewusstsein für Möglichkeiten und Bedingungen weiterer partizipativer Prozesse in der Organisation zu entwickeln. Daran teilgenommen haben, neben Mitarbeiter:innen des BSI, Mitarbeitende der Projekt-Geschäftsstelle und mit Dr. Daniel Guagnin ein Vertreter der Zivilgesellschaft. 

Inhaltlich näherte man sich der Thematik zunächst theoretisch mittels Inputs zu Partizipationstheorien und -modellen sowie Einblicken in das – gemeinsam mit der organisierten Zivilgesellschaft entwickelte – Dialogmodell an. Ein Austausch zu praktischen Erfahrungen im eigenen Arbeitskontext und eine Einordnung, inwiefern Partizipation bereits im BSI gelebt wird, rundeten die erste Phase des Workshops ab. 

Darüber hinaus setzten sich die Teilnehmenden mit den Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von partizipativen Prozessen, insbesondere innerhalb des „Dialog für Cyber-Sicherheit“, auseinander.  In einem letzten Schritt wurden Gelingensbedingungen und Handlungsansätze für die Entwicklung einer Partizipationsstrategie gebrainstormt. 

Erfolgsfaktoren für eine gelungene Partizipation aus der Runde: Vertrauen, Transparenz, Kommunikation, Offenheit, Akzeptanz, Wertschätzung.

22.-24. Februar 2021

Denkwerkstatt Sichere Informationsgesellschaft 2021

Mit der „Denkwerkstatt Sichere Informationsgesellschaft 2021“, die zum insgesamt sechsten Mal stattfand, begann die Arbeitsphase des „Dialogs für Cyber-Sicherheit“. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie wurde die Denkwerkstatt 2021 vom 22. – 24.02. jeweils von 16 – 20 Uhr als digitales Format durchgeführt.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmenden aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen über drei Tage zu unterschiedlichen Themen im Bereich der Cyber-Sicherheit austauschen. Gemeinsam wurden Ideen für fünf Projekte, sogenannte Workstreams, entworfen, in denen über die kommenden Monate Ergebnisse erarbeitet werden. Diese werden bei der kommenden Denkwerkstatt präsentiert.

Die fünf Workstreams sind:

  • Erweiterungsqualifikationen für Katastrophensituationen im Rahmen des Cyber-Sicherheitsnetzwerks (CSN)
  • Digitales Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Dos and Dont‘s für nachhaltig sichere Produkte
  • Effektive IT-Security Awareness
  • Update4Schule – Datenerhebung zur digitalen Bildung

Darüber hinaus wurde ein Dialogkomitee gewählt, das aus fünf Repräsentant:innen der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppen besteht. Es begleitet den Dialogprozess für die kommenden zwei Jahre.